ideeninitiative

Axel Clemens

Eine klanglich-dokumentarische Inszenierung von Alltagswegen durch Jugendliche der Sinti- und Roma-Community und Studierende in Freiburg: Performative Stadtführung

Freiburg hat als „Green City“ den Ruf einer akademischen Stadt mit Ökoflair. Dieses positive Image ist jedoch nur für einen Teil von Freiburg repräsentativ. Auch der Stadtteil Weingarten gehört zu Freiburg, dessen Ruf durch Assoziationen wie „Kriminalität“ und „Migration“ in der Außenwahrnehmung negativ konnotiert ist. Weingarten ist das Zuhause der einheimischen Sinti sowie der zugewanderten Roma- und russisch-ukrainischen Community – mit einem Migrationsanteil von 72% bei den unter 18-Jährigen der jüngste und migrantischste Stadtteil Freiburgs.

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Träger/Initiator: Hochschule für Musik Freiburg

Kooperationspartner: Roma Büro Freiburg e.V.: TN-Akquise, päd. Begleitung, Räumlichkeiten, ÖA, Übersetzertätigkeiten

Teilnehmer: 20 Jugendliche der Sinti u. Roma-Community in Freiburg sowie Musikpädagogik-Studierende

Projektbeschreibung:

Projektziele: Die TN setzen sich künstlerisch mit ihren Alltagswegen auseinander und entwickeln ein Bewusstsein für den eigenen Expertenstatus als Bewohner und Gestalter ihres Stadtteils und dessen Klangteppich: „Empowerment“ der TN, um partizipatorische Strukturen anzustoßen und soziokulturelle Teilhabe zu fördern. Die abschließende öffentliche Performance schafft Raum für Begegnung sowie Perspektivenwechsel und trägt zum Abbau von Ressentiments und Vorbehalten gegenüber dem o.g. Stadtteil bei. Das Projekt versteht sich als Baustein eines übergeordneten Projekt-Tandems, dessen Ziel eine künstlerische-interaktive Begegnung zwischen den TN und Studierenden des Seminars „Musikpädagogik und Performance“‘ der Hochschule für Musik Freiburg ist. Ablauf: Mithilfe von Audioaufnahmen und Notizen dokumentieren die TN jeweils markante Geräuschkulissen und visuelle Details ihrer persönlichen Alltagswege. Auf Grundlage der Alltagsrouten und der dokumentierten Kristallisationspunkte werden „Parcours“ entwickelt, die topographisch skizziert und anschließend von den TN inszeniert werden. Die Projektarbeit mündet in einer Performance, bei der die TN die Studierenden und weitere Besucher an die ausgewählten Orte führen. Die inszenierten Stadtteilräume bilden damit auditiv-visuelle Puzzleteile, die sich im Laufe der Performance zu einem Puzzle-Stadtteil-Bild zusammenfügen. Später schlüpfen die TN in die Rolle der Besucher und werden durch die von den Studierenden in einer Lehrveranstaltung parallel entwickelten „Parcours“ rund um die Musikhochschule geführt. Das Projekt läuft über einen Gesamtzeitraum von 8 Wochen. An 3 Projekttagen werden die TN angeleitet von 1 Musikvermittlerin und 1 Künstlerin. Am 4. Projekttag findet die Performance statt. Zwischen den Projekttagen arbeiten die TN selbstständig in Kleingruppen an ihren “Parcours“ in den Räumen des Roma Büro e.V..