ideeninitiative

Axel Clemens

Dirigier-Projekt an Berliner Grundschulen zur Sensibilisierung für Körpersprache, und um Kinder unter-schiedlicher Herkunft als Gleichberechtigte zueinander zu bringen: Dirigieren kann jeder

Gut 50% der Einwohner in Strausberg haben einen Migrationshintergrund. In Marzahn/ Hellersdorf haben etwa 75% der Einwohner einen Migrationshintergrund, etwa ebenso viele SuS haben Anspruch auf Lernmittelbefreiung. In diesem Spannungsfeld zwischen Sozialfällen und „Berliner Speckgürtel“ arbeitet unsere Musikschule, wo wir versuchen, durch Ensemble-Projekte die KuJ als Gleichberechtigte zueinander zu bringen. Projektziel ist die profunde Entwicklung der nonverbalen Kommunikation, einer rudimentären, emotionalen Körpersprache. Von dieser hängt die Kontaktfähigkeit und Selbstreflexion gerade von Jugendlichen im hohen Maße ab. Die TN sollen durch das Projekt lernen, gegenseitig auf ihre Körpersprache zu achten. Zudem zielen wir auf die Entwicklung von Selbstbewusstsein und auf eine Vertiefung musikalischen Grundwissens ab.

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Träger/Initiator: Musikschule Hugo Distler e.V., Berlin

Kooperationspartner: GS am Traveplatz und GS am Annatal: TN, Ort für Proben und Aufführungen; Jugend-Hauptstadt-Sinfonieorchester: Orchester bei Proben und Aufführungen

Teilnehmer: 30 SuS zweier unterschiedlicher Bezirke, auch aus einer Unterkunft für Geflüchtete, und 20-30 jugendliche Orchestermusiker

Projektbeschreibung:

In kaum einer musikal. Tätigkeit ist Körpersprache zu wichtig, wie beim Dirigieren. Es beinhaltet viele rudimentäre Bewegungsformen (Taktfiguren, dynamische Anweisungen, Tempovorgaben), wie auch komplexe Zusammenhänge der Interpretation. Erstgenannte sind jedem Kind vermittelbar. Wir beziehen uns hierbei auf die Erfahrungen des Projekts „El Sistema“, das Dirigieren selbstverständlich mit in den Musikunterricht für Kinder einbezieht. Für unser Projekt werden mit den kooperierenden Grundschulen Werke aus der Film-Musik abgestimt, die die KuJ lieben (Star Wars, Herr der Ringe, Pirates of the Carribean o.Ä.). 1 Musikwissenschaftler kürzt und vereinfacht anschließend die Partituren. 1 externer Dirigent und 6 externe Musikpädagogen leiten das Projekt zusammen mit den Musik-Lehrkräften der GS an. Gemeinsam mit den SuS wird die Musik zunächst mittels einer selbstgebastelten Partitur in ihrem Ablauf fixiert: auf einem Zeitstrahl auf Millimeterpapier gezeichnet. Jedes Kind markiert mit eigenen Zeichnungen im Ablauf besondere Vorkommnisse, es reflektiert vom Hören her seine eigene Musikdramaturgie, die dann von einem begleitenden Musikpädagogen korrigiert wird. Später werden Taktfiguren, Tempoangaben und dynamische Eigenheiten der Stücke systematisch vermittelt. Im 1. und 2. Projektmonat finden pro Schule je 4 Schulstunden statt. Im 3. Monat kommt für die Probenarbeit vor Orchester (1x/ Wo. á 3 Zeitstunden) das Jugend-Hauptstadt-Sinfonieorchester hinzu, das das ausgewählte Material zuvor einstudiert hat. Den Projektabschluss bilden 2-3 Konzerte á 75 Minuten in den Schulen. Möglichst alle TN sollen die Chance haben, ein kurzes Stück zu dirigieren. Das Projekt kann an anderen Schulen im Einzugsgebiet der Musikschule wiederholt werden.