MARHABA

Integration

Träger/Initiator

BIKOM-AES e.V. (Förderverein der Alice-Eleonoren-Berufsschule), Darmstadt 

Teilnehmer

Schüler aus 2 InteA-Klassen der Berufsschule und Anwohner der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung (ZEA) Starkenburg-Kaserne

Kooperationspartner

Theaterlabor INC. (freies, inklusives Theater): Probenräume und Dozenten

 

 

 

 

 


Projektbeschreibung

InteA (Integration und Abschluss) ist eine 2-jährige Maßnahme zur Sprachförderung für Seiteneinsteiger mit Migrationshintergrund. In der 1. Phase werden die InteA-Schüler mit dem Import-/ Export-Theater vertraut gemacht: biographische Elemente werden erarbeitet und in „Bastelbiographien“ neu zusammengesetzt, um die Privatsphäre der TN zu schützen. Dabei spielt auch die Musik auf eigenen Instrumenten oder die Lieblingsmusik der TN eine wichtige Rolle. So entstehen aus den – auch musikalischen – Biographien neue mögliche Geschichten als Material für die Performance, auch vorhandene Sprachen fließen mit ein. Die 2. Projektphase beschäftigt sich mit dem Umfeld der TN: In einem speziell geschaffenen „KÜLTÜR Café“ werden sie mit den Anwohnern der Kaserne in Kontakt gebracht. Der Sound aus Phase 1 begleitet die Gespräche, diese geschehen in Form der „Lebenden Fluchttagebücher-Bibliothek“: Die Anwohner können einen Geflüchteten „ausleihen“, um sich in ein direktes Gespräch mit ihm zu begeben. Die „lebende Bibliothek“ ist ein bestehendes Konzept in Darmstadt, das ursprünglich aus Dänemark stammt. In diesen Gesprächen erschaffen die TN zwischen Realität, Fiktion und künstlerischer Konstruktion ihre Bastelbiografien. Dabei betreiben sie eine Art Import-Export-Handel mit Geschichten, recherchieren und visionieren: Wie wollen wir zusammenleben? Glauben wir an eine gemeinsame Zukunft? Wie leben Menschen in Flüchtlingsunterkünften, wie lebten sie in ihren Heimatländern, als dort noch Frieden war? Und wie werden sie von den Bürgern in der Umgebung wahrgenommen? Dieser Recherchephase folgt die theatrale und musikalische Erforschung und Erarbeitung der zu erzählenden Geschichten. Welche erscheinen nach dem Kontakt zu den Anwohnern erzählenswert? Im Prozess werden die TN von Fremden zu Individuen mit einer speziellen Geschichte, die sie am Projektende mit dem Publikum teilen: Die Zuschauer des performativen Theaterstücks begegnen dem Geflüchteten zuerst in seinem Lebensumfeld in der Kaserne. Danach werden sie mit Bussen zum Georg-Büchner-Platz gebracht. Der Bus, der assoziativ mit Fluchterlebnissen verknüpft ist, wird auch als theatraler Raum genutzt. Der dritte Teil der Performance findet im Herzen der Stadt statt – eine Vision gelungener Integration. Die Musik wird live an den drei Orten gespielt: auch Jamsessions zwischen den Kulturen könnten entstehen. Das Projekt wird angeleitet von 1 Theaterpädagogin/ Regisseurin und 1 Musikpädagogen. Ein Sozialpädagoge der Schule betreut das Projekt ehrenamtlich am Nachmittag, es wird über den Zeitraum von 12 Wochen 3x/ Woche á 3 Zeitstunden gearbeitet.