FESTIVAL LAB

Integration

Träger/Initiator

Helden wider Willen e.V. (Verein für interdisziplinäre Kunst- und Kulturprojekte), Leipzig

Teilnehmer

50-60 KuJ, davon 20-30 mit aktuellen Fluchterfahrungen sowie 6 Ehrenamtliche

Kooperationspartner

Japanisches Haus, FabLab Leipzig: Räume, TN-Akquise


Projektbeschreibung

Weltmusikfestival organisiert von Kindern und Jugendlichen

Der Anteil von Familien mit Migrationshintergrund und Fluchtbiografie liegt in den Stadtteilen Volkmarsdorf und Neustadt-Neuschönefeld bei 32,3 bzw. 25,8%. Circa 300 KuJ treffen sich täglich im und um den Stadtteilpark Rabet. Aus Erfahrungen sowie von Sozial- und Bildungseinrichtungen vor Ort wissen wir, dass sich viele KuJ dort selbständig und ohne Aufsicht bis abends und an den Wochenenden aufhalten und dass im Freizeitbereich ein großer Bedarf besteht. Oftmals liegen problematische Situationen vor, verbunden mit besonderen Schwierigkeiten bei den Bildungsu¨bergängen. Entwicklungsstörungen, Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung sowie psychische Auffälligkeiten etc. sind bei mehreren KuJ festzustellen. Projektziele sind: - Experimentierfreude, freies Lernen, Kreativität und Ausdrucksfähigkeit stärken, - Potentiale für Selbstwahrnehmung, -bewusstsein, -ermächtigung und -organisation aufzeigen und spielerisch anwenden, - die TN bestärken, Konflikte im respektvollen Miteinander und durch kulturelle Ausdrucksformen zu lösen. Wir wollen mit dem "Festival Lab" eine Plattform interkulturell arbeitender Musik- und Kulturschaffender aus dem Stadtgebiet entlang der Eisenbahnstraße etablieren, die regelmäßig mit KuJ arbeiten.

Insbesondere Jungen haben keinen Ort, der nicht von Wettbewerbs- und Dominanzkultur geprägt ist. Wir möchten mit dem Projekt aber auch Mädchen ansprechen. Alle TN werden angehalten, die Genehmigungen ihrer Eltern zur Teilnahme einzuholen. Wir wollen engen Kontakt zu den Eltern der TN pflegen und Beziehungen zu ihnen aufbauen. Mit offenen Jamsessions im Umfeld des Rabets laden wir die TN zu Musik-, Tanz- und Kunstkursen ein, bei denen sie eher beiläufig auf das gemeinsame Vorhaben vorbereitet werden: ein eigenes Festival im Rabet auf die Beine zu stellen. Dafür finden 20 Nachmittagskurse, 1x/ Woche á 2 Std. statt. Ergänzend werden 10-12 Workshoptage angeboten, die sich aus dem Bedarf der Gruppe ergeben. Diese Angebote beinhalten Capoeira/ Kampfkunst, Dekoration und Konstruktion, Medientechnik, Projektmanagement und Grafikdesign. In der letzten ½ Std. eines jeden Angebots reflektieren wir, arbeiten an der Umsetzung des Festivals und essen gemeinsam. Die Mitglieder des Japanischen Haus unterstützen das Team, indem sie mit Ehrenamtlichen und den TN gemeinsam kochen. Das Festival findet im Juni statt. Das Projekt und das interkulturelle Künstler-Netzwerk sollen unbedingt verstetigt werden. Sowohl durch Ganztagesangebote an Schulen als auch über Ehrenamtsprogramme planen wir, das Engagement der Beteiligten dauerhaft im Sozialraum zu verankern.